Klartext. Verkehrte Welt [2018/06]

Wie geht denn das: Technologieaktien als Stabilitätsanker eines Portfolios? Es geht – mit derzeit guten Gründen….

Verkehrte Welt: Mehr Sicherheit durch Technologiewerte

Wer hätte das gedacht? Die großen Aktienmärkte verharren weiterhin in der Nähe ihrer historischen Höchststände. Die Stimmung an den Börsen ist zwar nicht euphorisch, eventuelle Bedenken der Anleger schlagen sich aber nicht in anhaltenden Kursrückgängen nieder. Erstaunlich, wenn man die wirtschaftliche Gesamtsituation betrachtet. Die globale wirtschaftliche Gemengelage bietet nämlich ein durchaus gemischtes Bild.

Die deutsche Wirtschaft brummt. Das ist erfreulich – auch für die restliche Eurozone, denn sie profitiert momentan davon. Auf der gegenüberliegenden Seite des Atlantiks ist die Stimmung ebenfalls positiv. Die US Wirtschaft erlebt dank Präsident Trumps Steuerreform und Deregulierungsmaßnahmen Vollbeschäftigung und Rekordkonsum. Soweit, so gut?

Nicht ganz. Es gibt nämlich auch eine Kehrseite: Florierende Wirtschaft und hohe Konsumausgaben führen unweigerlich zu steigenden Preisen. Nicht ohne Grund hat die US-Fed schon vor einiger Zeit damit begonnen, das Zinsniveau anzuheben. Sie will die Inflation in einem vertretbaren Rahmen halten. Doch dieses Ziel fordert anderenorts seinen Preis: Steigende US-Zinsen sorgen unweigerlich für große Probleme in Schwellenländern, die sich in US-Dollar verschuldet haben oder deren Währungen in Relation zum steigenden US-Dollar abwerten. Argentinien beispielsweise musste sich bereits um einen Notkredit des Internationalen Währungsfonds bemühen. Aber auch die enorme Staatsverschuldung der USA selbst, sowie die hohe und teils intransparente Verschuldung chinesischer Unternehmen könnten schnell zum Problem werden. Und die EZB sieht sich mit einer ganz besonderen Herausforderung konfrontiert: Bei sich verstärkenden inflationären Tendenzen innerhalb der Eurozone müsste auch sie die Zinsen anheben. Das ist aber nur sehr begrenzt möglich, weil sonst gleich mehrere große Euro-Mitgliedstaaten in finanzielle Schwierigkeiten gerieten.

Was ist also der wahre Grund für die Höchststände an den Aktienmärkten? Hier spielt der Technologiesektor die entscheidende Rolle. Denn trotz der hohen Bewertungen schlummert in Tech-Giganten wie Amazon, Apple und Facebook auch weiterhin enormes Wachstumspotenzial. Somit bieten sie in einem fallenden Aktienmarkt sogar eine gewisse Sicherheit – die dynamischsten Papiere mutieren zu defensiven Anlagen. Verkehrte Welt…

Strategy Social Media & Technology: Der Sommer kann kommen

Für den Quint:Essence Strategy Social Media & Technology war der vergangene Mai im wahrsten Sinne des Wortes ein Wonnemonat. Mit einem vierwöchigen Anteilspreisanstieg von 5,15 % steht der Fonds zum 31. Mai bei einer bisherigen Jahresperformance von 4,15 %.

Im Fondsportfolio gab es während der vergangenen vier Wochen zwei Veränderungen: Zum einen haben wir im Stabilitätssegment des Fonds das Engagement in der Aktie des brasilianischen Wasserwerkbetreibers SABESP beendet, zum anderen eliminierten wir die Aktie der chinesischen online Literaturplattform China Literature aus dem SMAT-Segment. Grund für den Verkauf der SABESP Aktie war die aktuell unübersichtliche wirtschaftliche und politische Situation in Brasilien. Obwohl brasilianische Aktienkurse und der Kurs des brasilianischen Real bereits deutlich nachgegeben haben, erschien uns das verbleibende Risiko inakzeptabel hoch. Als chinesisches Äquivalent zum Amazon Kindle Service verfügt die online Leseplattform China Literature ohne Zweifel über ein interessantes Geschäftsmodell. Trotzdem konnte das Papier unsere Erwartungen nicht erfüllen und wurde Ende Mai verkauft.

Die gute Performance des Fonds bestätigt einmal mehr die Struktur und den Investmentschwerpunkt des Portfolios. Der Fokus auf zukunftsorientierte Technologieunternehmen und die hohe Exposure zum US-Dollar haben sich in den vergangenen Wochen ausgezahlt. Wir erwarten diesbezüglich auch im kommenden Monat keine grundlegenden Veränderungen und sehen dem Sommer optimistisch entgegen.

Strategy Dynamic: Shop till you drop - kauf’ ein bis zum Umfallen

Mit einer Performance von 2,62 % hat der Quint:Essence Strategy Dynamic seinen Anteilspreisanstieg vom April fortsetzen können. Ende Mai liegt seine bisherige Jahresperformance bei -0,39 %.

Die Portfoliozusammensetzung des Strategy Dynamic blieb während des vergangenen Monats unverändert. Das gut gestreute, aber nicht überdiversifizierte Portfolio profitierte auch im Mai wieder von einer freundlichen Wertentwicklung seiner Einzelbestandteile. Einen besonders guten Monat hatten die Aktien der Unternehmen Jacobs Engineering Group und MasterCard.

Das in Dallas, Texas, beheimatete Ingenieurdienstleistungsunternehmen Jacobs Engineering profitierte im Mai vor allem vom florierenden US-Ölgeschäft. Diese Entwicklung wurde an der Börse mit einem Kursgewinn von fast 11 % honoriert. Die Aktie des New Yorker Bezahldienstleisters MasterCard Inc. verzeichnete in den vergangenen vier Wochen einen Kursanstieg von ca. 5,5 %. MasterCard profitiert indirekt von Präsident Trumps Steuerreform: Die Reform hat bei vielen amerikanischen Unternehmen zu teils erheblichen Steuerersparnissen geführt, die diese dann an ihre Angestellten weitergegeben haben. Aus diesem Grund befinden sich die Löhne in den USA mittlerweile auf dem höchsten Niveau seit 11 Jahren. Die Lohnsteigerungen wiederum führen zu steigenden Konsumausgaben und folglich auch zu einer gesteigerten Kreditkartennutzung. Shop till you drop….

Wir glauben, dass der Quint:Essence Strategy Dynamic in seiner jetzigen Zusammensetzung auch für die kommenden Monate gut positioniert ist. Deshalb planen wir keine größeren Veränderungen bezüglich der Allokation des Fondsportfolios.

Strategy Dynamic

Strategy Defensive

Strategy Defensive: Mehr Gold für Kapitalerhalt

Der Quint:Essence Strategy Defensive ist auch im Mai mit einem Anteilspreisanstieg von 1,64 % dem Ausgleich der Kursverluste des ersten Quartals ein Stück nähergekommen. Ende Mai steht der Fonds bei einer bisherigen Jahresperformance von -0,78 %.

An der Portfoliozusammensetzung gab es während der vergangenen vier Wochen leichte Veränderungen:

Mit einem Kauf von weiteren XETRA Gold Anteilen bauten wir die Goldposition des Fonds um ca. 30 % aus. Gold ist nach wie vor bei Anlegern nicht gefragt. Wir nutzen deshalb die aktuell günstigen Preise, um die Goldexposure des Strategy Defensive zu steigern. Außerdem mehren sich die Anzeichen steigender Inflationsraten in den USA und in der Eurozone. Wir sind weiterhin überzeugt, dass weder die US-Fed, noch die EZB das Zinsniveau im Gleichschritt mit der Inflation anheben können. Dies führt dann zu sinkenden Realzinsen, welche sich grundsätzlich positiv auf den Goldkurs auswirken. Je nach Marktgegebenheiten werden wir die Goldallokation des Portfolios während der kommenden Monate weiter erhöhen.

Auf der Aktienseite des Quint:Essence Strategy Defensive haben wir unser Engagement im Schweizer Pharmaunternehmen Novartis AG um ca. 10 % reduziert. Wir sind nach wie vor von dem Unternehmen überzeugt und haben es aktuell mit ca. 4,8 % gewichtet. Die Verkleinerung der Position dient lediglich der höheren Diversifizierung des defensiven Aktiensegments.

Die dritte Veränderung an der Einzelpositionsaufstellung des Portfolios im vergangenen Monat war der Kauf einer singapurischen Staatsanleihe. Der Staat Singapur ist ein erstklassiger Schuldner und erfüllt somit die strengen Qualitätskriterien des Strategy Defensive. Mit einer Fälligkeit im Oktober 2019 hat die Anleihe eine kurze Laufzeit mit minimalem Zinsänderungsrisiko. Die Verzinsung des Papiers beträgt 1,625 % und liegt somit deutlich über der mit deutschen Anleihen von vergleichbarer Laufzeit erzielbaren Verzinsung. Mit diesem Engagement geht eine Fremdwährungsexposure zum Singapur Dollar einher, die zu einem höheren Diversifizierungsgrad auf der Währungsseite des Fonds führt.

Das aktuelle Marktumfeld ist weiterhin ungünstig für die konservative und sicherheitsorientierte Ausrichtung des Quint:Essence Strategy Defensive. Trotzdem wird die defensive Strategie fortgesetzt und das Risiko nicht erhöht. Kapitalerhalt bleibt bei diesem Fonds weiterhin oberste Priorität.

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